Norderney kann sich über Mangel an Gastpriestern nicht beklagen

Die katholische Gemeinde Norderneys ist mit rund 500 Mitgliedern recht überschaubar und muss ohne eigenen Priester auskommen. Doch Sorgen um mangelnde seelsorgerische Betreuung muss sich das Eiland vor der ostfriesischen Küste nicht machen.

Die katholische Gemeinde Norderneys ist mit rund 500 Mitgliedern recht überschaubar und muss ohne eigenen Priester auskommen. Doch Sorgen um mangelnde seelsorgerische Betreuung muss sich das Eiland vor der ostfriesischen Küste nicht machen. Zahlreiche Priester kommen gerne immer wieder auf Norderney, um dort als Gastpriester die Katholiken auf der Insel zu betreuen und sich gleichzeitig zu erholen.

Seelsorge für andere und auch für die Priester selbst.

Mehr Zeit für den Menschen

Die Arbeit der Gastpriester auf Norderney ist für beide Seiten von Vorteil und wird von den Einheimischen und insbesondere auch von den Touristen gut angenommen. Insbesondere letztere sind es, die während ihres Aufenthalts auf der Insel bewusst ein Gotteshaus als Ort der Kraft und Ruhe aufsuchen und oftmals nach langer Zeit zum ersten Mal wieder in die Kirche gehen.

Gerade für diese Menschen bleibt den Geistlichen auf Norderney Zeit. Sie haben die Möglichkeit für Gespräche und Begegnungen. Zeit, um Seelsorger zu sein, etwas das während der Arbeit in den eigenen Gemeinden durch deren schiere Größe und den alltäglichen Verwaltungsaufwand oft nicht mehr in dem Maße möglich ist, in dem sich viele Gastpriester dies wünschen würden. Oft fühlen sich die Geistlichen dadurch auch freier und lockerer als Zuhause.

Doch die Arbeit mit der bunten Gemeinde auf Norderney ist nicht für jeden Priester geeignet. Die Kirchengemeinde Norderneys ist selbstbewusst. Es ist kein Platz für alte Pfarrherrlichkeit. Stattdessen wünscht man sich auf Norderney Priester, die offen für Gespräche und Begegnungen sind, frisch und gut predigen und insbesondere auch Kinder in die Gottesdienste mit einbeziehen.

Modern gestaltetes Appartement und bewährte Strukturen

Geistliche, die dies schätzen und die Norderney einmal für sich gewonnen hat, kommen gerne immer wieder und fragen häufig bereits ein Jahr im Voraus an, ob sie wieder auf der Insel als Gastpriester tätig sein und gleichzeitig dort ihren Urlaub verbringen dürfen. Hierzu steht den Seelsorgern ein modern gestaltetes Ferienappartement zur Verfügung. Im Gegenzug dafür erwartet man die Übernahme der regelmäßigen Gottesdienste in den Kirchen St. Ludgerus und Stella Maris sowie auf Anfrage auch die Spendung weiterer Sakramente, wie etwa der Krankensalbung.

Tipp für Norderney-Besucher: Die von Dominikus Böhm 1931 erbaute ehemalige Sommerkirche Stella Maris ist mit über 700 Plätzen die größte katholische Kirche in Ostfriesland. Ebenso wie die kleine Pfarrkirche St. Ludgerus lohnt sie auch außerhalb der Gottesdienstzeiten einen Besuch.