Schaumalge fand optimale Wachstumsbedingungen vor

Dieses Jahr sorgten die sommerlichen Witterungsbedingungen zusammen mit erhöhten Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft zu einer wahren Massenvermehrung der Schaumalgen.

Phaeocystis globosa, die Schaumalge, gehört im Bereich der Ostfriesischen Inseln zu den alten Bekannten und ist vor allem zwischen Anfang April und Mitte Mai in voller Blüte zu sehen. Dieses Jahr sorgten die sommerlichen Witterungsbedingungen zusammen mit erhöhten Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft zu einer wahren Massenvermehrung der Algen.

Vor Pfingsten wurden über 19.500 Kolonien in nur einem Liter Meerwasser gemessen. Das sind über 10.000 mehr als in den Jahren zuvor.

Deutlich erhöhte Werte laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Auch auf Norderney fand die Schaumalge in disem Jahr optimale Wachstumsbedingungen vor.
Auch auf Norderney fand die Schaumalge in disem Jahr optimale Wachstumsbedingungen vor.

Geht man im Frühjahr am Nordseestrand entlang, sieht man häufig festen, weißen Schaum am Strand liegen oder im Meer treiben. Dabei handelt es sich jedoch nicht – wie man vielleicht meinen könnte – um eine Verunreinigung mit Waschmittel oder Chemikalien – sondern um kugelförmige eiweiß- und kohlenhydrathaltige Hüllen von Schaumalgen, die zu dieser Zeit in der südlichen Nordsee blühen. Treibt dieser Schaum in Richtung Strand, geht die Algenblüte bereits dem Ende entgegen.

Ein an sich ganz natürliches Phänomen also, das aus der südlichen Nordsee bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt ist, das jedoch in diesem Jahr in außergewöhnlichem Ausmaß auftrat. Letztmals wurden vergleichbare Konzentrationen im Jahr 2010 erreicht.

Verantwortlich für die diesjährige Intensität sind zum einen die ruhigen und warmen Wetterbedingungen in diesem Jahr, zum anderen aber auch die Nitrateinträge aus der (intensiven) Landwirtschaft, die über Gülle und Felder in die Entwässerungsgräben und damit in die Nordsee gelangen und eine ideale Nahrungsgrundlage für die Schaumalge bieten. Hier soll die neue Gülleverordnung des Landkreises Niedersachsen Abhilfe schaffen und dazu beitragen, die Nitrateinträge aus der Landwirtschaft zu verringern.

Schaumalge bringt Ökosystem Wattenmeer aus dem Gleichgewicht

Gesundheitsschädlich ist das gelbbraune Wasser mit dem auffallenden Schaumteppich und dem unangenehmen Geruch, der durch flüchtige, organische Schwefelverbindungen entsteht, für den Menschen nicht.

Jedoch kann der klebrige Schaum der planktischen Algenart unter anderem für die Jungvögel am Wattenmeer eine Gefahr darstellen, wenn er deren Jugendgefieder verklebt, was für die Tiere oftmals tödlich endet.

Ungetrübtes Badevergnügen in der Hauptbadesaison zu erwarten

Für dieses Jahr scheint die Schaumalgenzeit jedoch im Großen und Ganzen überstanden zu sein. Ende Mai wurden nur noch 3000 Kolonien pro Liter Seewasser gemessen und Prognosen zufolge soll der Schaum bis zur Hauptbadesaison wieder verschwunden sein.