Forschungsstelle Küste: Forscher wollen Norderney nicht verlassen

Insgesamt 85 Prozent der Fläche Norderneys gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Forschungsstelle Küste ist eine Einrichtung mit großer Tradition auf Norderney und berät dort seit über 80 Jahren zum Küsten- und Naturschutz. Ihre Aufgabe ist es, zu messen und zu bewerten. Nun soll die Insel-Dienststelle von der Nordseeinsel Norderney aufs Festland umziehen. Ein geplanter Umzug, der bei den betroffenen Forschern für große Kritik sorgt.

Inhaltsverzeichnis
Umweltministerium spricht sich für Verlegung auf das Festland aus | Leitung der Einrichtung und Bürgermeister der Insel kritisieren die Pläne | Über die Forschungsstelle Küste (KSK)

Der Grund für die Verlegung an einen neuen Standort: sanierungsbedürftige Dienstgebäude.

Umweltministerium spricht sich für Verlegung auf das Festland aus

Zuständig für die Forschungsstelle Küste (FSK) ist das Umweltministerium in Hannover. Dessen Ansicht nach ist eine Sanierung des Gebäudes, das sich unmittelbar neben der Inselmühle Norderney befindet, wirtschaftlich nicht vertretbar. Das Ministerium strebt daher einen Neubau an. Der Standort für die neue Dienststelle steht allerdings noch nicht fest und auch die Kosten für den Bau des neuen Gebäudes sind noch nicht abschließend kalkuliert worden. Im Gespräch ist es, die Dienststelle direkt am Hafen von Norddeich zu platzieren. Für das Ministerium spricht für diesen Standort, dass sich die zunehmenden Aufgaben der Forschungsstelle Küste im Hinblick auf den Klimawandel und das damit verbundene Interesse an einer Zusammenarbeit von Wirtschaft und Forschung hier besser bewältigen lassen. Die Umsetzung des Neubaus könnte – so das Umweltministerium – frühestens über den Haushalt 2021 oder 2022 gestartet werden.

Leitung der Einrichtung und Bürgermeister der Insel kritisieren die Pläne

Norderney wurde um 1400 herum erstmals urkundlich erwähnt.
Norderney wurde um 1400 herum erstmals urkundlich erwähnt.

Die Forscher bevorzugen den bisherigen Standort auf der Insel, da sie sich dort direkt im Forschungsgebiet befinden. Zudem hat man Sorge, dass die Attraktivität der Einrichtung für junge Wissenschaftler trotz enger Kooperation mit den Universitäten durch den Umzug der Forschungsstelle Küste aufs Festland leidet. Zudem sehen weder die Forscher noch der Bürgermeister eine stichhaltige Begründung, warum die Insel-Dienststelle nicht auf der Insel verbleiben kann. Laut dem Bürgermeister der Insel wäre auch ein Neubau auf Norderney selbst denkbar. Die Stadt Norderney setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Forschungsstelle Küste (FSK) auf der Insel verbleibt und nicht aufs Festland umgezogen wird.

Über die Forschungsstelle Küste (KSK)

Die Forschungsstelle Küste wurde 1937 als Vorarbeitenstelle der preußischen Wasserbauverwaltung gegründet und ist heute eine Abteilung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Umweltministeriums. Die Aufgaben der FSK liegen in den Bereichen Hydromorphologie, Küsteningenieurwesen, Gewässervermessung und dem Sturmflutwarndienst für das gesamte niedersächsische Tidegebiet.