Bauwerke auf Norderney

Im Conversationshaus finden sich die Teams von Tourist-Information, Zimmervermittlung, Veranstaltungsvorverkauf, NorderneyCard-Service-Point und dem Vorbestell-Service.

Viele Gebäude auf Norderney erinnern an dessen ruhmreiche Geschichte. Vor allem im Stadtgebiet sind viele im wilhelminischen Stil errichtete Bauwerke zu finden. Insgesamt sind es über 100 Gebäude allein im Stadtgebiet, die unter Denkmalschutz stehen.

Neben Bauten aus der wilhelminischen Ära sind das unter anderem Gebäude aus dem Jugendstil, dem Bäderstil, dem Klassizismus und der Biedermeierzeit.

Marienhöhe

Die Marienhöhe ist das bekannteste Café auf Norderney.
Die Marienhöhe ist das bekannteste Café auf Norderney.

Die Marienhöhe auf Norderney haben wir der Gemahlin von König Georg V von Hannover zu verdanken, die dort auf der 11,5 Meter hohen Düne im äußersten Weste der Insel gerne ihren Kaffee nahm. Und damit Königin Marie diesen auch stilvoll genießen konnte, ließ sie dort vor 1850 einen hölzernen Pavillon errichten und die Marienhöhe wurde Mitte des 19. Jahrhunderts Schauplatz gemütlicher Kaffeestunden, Picknicks und kleiner Feste, verbunden mit Literatur und Musik. Auch Heinrich Heine soll dort sein Lied am Meer geschrieben haben. 1923 wurde dieser Pavillon durch das heute noch bestehende Steingebäude ersetzt, in dem sich nach wie vor das Café Marienhöhe befindet, das nicht nur durch die feudalen Ohrensessel, sondern auch heute noch durch seinen historischen Charme besticht. Es ist das bekannteste Café auf Norderney mit einer einmaligen Aussicht auf die raue Nordsee, die Weite des Horizonts und die fantastischen Sonnenuntergänge am Abend.

Conversationshaus

Im Conversationshaus finden sich die Teams von Tourist-Information, Zimmervermittlung, Veranstaltungsvorverkauf, NorderneyCard-Service-Point und dem Vorbestell-Service.
Im Conversationshaus finden sich die Teams von Tourist-Information, Zimmervermittlung, Veranstaltungsvorverkauf, NorderneyCard-Service-Point und dem Vorbestell-Service.

Das Conversationshaus gehört zu den ältesten Gebäuden der Insel und wurde bereits kurz nach Gründung des Seebades im Jahr 1799 am Rande des damaligen Ortszentrums in repräsentativer Holzbauweise erbaut. Zu dieser Zeit besaß das Kurhaus, das schon damals auch als Conversationshaus oder auch Großes Logierhaus, bekannt war, bereits einen kleinen Festsaal, eine Billardstube und einen Spielsalon. Es mauserte sich schnell zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens auf der Insel und wurde um 1815 herum um einen Speisesaal und weitere Aufenthaltsräume erweitert.

Das Holzbauwerk wurde im Jahr 1822 durch einen Steinbau ersetzt und im Laufe der Jahre noch um einen Arkadengang, einen Turm im Zentrum des Gebäudes und ein Wohnhaus an der Westseite erweitert. Dieses Wohnhaus, das in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde, beherbergte damals den Sitz der Königlich Hannoverschen Badeverwaltung und die Wohnung des Königlichen Badekommissars. Das Conversationshaus selbst war zwischen 1837 und 1865 die Sommerresidenz des Königspaars von Hannover. Auch der spätere Kaiser Friedrich III wohnte dort auf Norderney und im Jahr 1904 wurde im Conversationshaus der deutsch-russische Handelsvertrag vereinbart.

Heute beherbergt das Kurhaus, das sich am rasenbewachsenen, trapezförmigen Kurplatz der Insel befindet, ein Spielcasino, die Stadtbibliothek, ein Café, einen Bücherverkauf und Veranstaltungsräume. Es dient als Kulisse für verschiedene Ausstellungen, Veranstaltungen und Vorträge, wie zum Beispiel klassische Konzerte und ist Schauplatz des großen Silvesterballs. Außerdem befindet sich in der lichtdurchfluteten Eingangshalle die Touristeninformation der Insel, in der man zum Beispiel die NorderneyCard erhalten kann.

Kurtheater

Das Kurtheater befindet sich am nördlichen Rand des Kurplatzes im Ortszentrum auf Norderney. Foto: von Elvaube Diese Datei wurde mit Commonist hochgeladen. (Eigenes Werk) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Das Kurtheater befindet sich am nördlichen Rand des Kurplatzes im Ortszentrum auf Norderney. Foto: By Elvaube This file was uploaded with Commonist. (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Das Kurtheater von Norderney stammt ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert und ist eines der ältesten Theater Ostfrieslands. Es wurde vom hannoverschen Architekten Johannes Holekamp nach dem Vorbild des Opernhauses in Hannover im Stil eines kleinen Residenztheaters errichtet und stellte das erste privat geführte Theater der Insel dar. Alles im 1894 eröffneten Kurtheater ist pompös und glamourös. Erlesene Materialien wie roter Samt und eine klassische Anordnung von Parkett, Parkett- und Orchesterlogen, Rang- und Balkonlogen sowie eine großzügige Bühne bieten eine Grandezza, die man auf der kleinen Nordseeinsel so eigentlich nicht erwarten würde. Seit 1923 ist im historischen Kurtheater auch das Norderneyer Kino untergebracht, das ein topaktuelles Kinoprogramm bietet. Dazu kommen Aufführungen der Landesbühne Niedersachsen Nord und als besonderes Highlight Filmvorführungen im Rahmen des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney. Vor dem Gebäude, das seit 1987 unter Denkmalschutz steht, befindet sich ein Denkmal zu Ehren des Dichters Heinrich Heine.

Kaiserliches Postamt

Das kaiserliche Postamt auf Norderney wurde im Jahre 1892 fertiggestellt und steht mittlerweile unter Denkmalschutz.
Das kaiserliche Postamt auf Norderney wurde im Jahre 1892 fertiggestellt und steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Das Kaiserliche Postamt ist ein Gebäude von beeindruckender Größe und mit seinen Ziegelverzierungen und seiner hübschen Bemalung eines der schönsten Gebäude der Insel. Im Jahr 1992 wurde das imposante, architektonisch interessante Bauwerk 100 Jahre alt. Die erste kleine Poststation wurde bereits 1824 auf Norderney errichtet, jedoch wurde damals nur während der Sommermonate ein Postverkehr aufrechterhalten, damit die Gäste des Seebades auf dem Postweg kommunizieren konnten. Einen regelmäßigen Postkutschenverkehr gab es ab 1844, eine zuverlässige Verbindung mit dem Dampfschiff ab 1872. Doch die Gäste wurden immer mehr und so auch die Post, die befördert werden musste, weshalb die Preußische Postdirektion 1888 ein erstes Postgebäude anmietete, bis 1892 das heutige Postamt eingeweiht werden konnte. Heute ist das Kaiserliche Postamt ein Wohn- und Geschäftshaus. Das Post- und Paketzentrum ist seit 2008 im Gewerbegebiet der Insel untergebracht.

Haus der Insel

Das „Haus der Insel“ ist das Gemeinde- und Veranstaltungszentrum der Insel und ist gegenüber dem Kurtheater im Stadtzentrum gelegen. Das 1977 eröffnete Gebäude ist für die Insulaner Fluch und Segen zugleich, da der riesige Mehrzweckbau zwar Platz für Theater, Konzerte, Kleinkunst und Tagungen bietet, aber auch hohe Unterhaltskosten verursacht. Das Haus bietet in acht Sälen Platz für bis zu tausend Personen.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde am 2. September 1899 eingeweiht.
Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde am 2. September 1899 eingeweiht.

An der Kreuzung Herrenpfad/Friedrichsstraße/Knyphausenstraße befindet sich das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das am Sedanstag, dem 2. September 1899 eingeweiht wurde. Es handelt sich dabei um einen 13 Meter hohen Obelisken, der sich aus 75 Steinen zusammensetzt, die von den 61 deutschen Städten, Reichsstädten und Provinzen gestiftet worden waren, und das die Reichseinigung symbolisieren sollte. Einige Steine des Denkmals besitzen symbolische Bedeutung, wie etwa die Steine aus Aachen und Frankfurt. An der Spitze des Denkmals thronte zu Zeiten des Kaiserreiches die Büste von Kaiser Wilhelm I., die jedoch im 1. Weltkrieg für die Waffenproduktion eingeschmolzen wurde. Seit 1938 ziert das Denkmal eine steinerne Möwe als Sinnbild der Nordsee. Landläufig wird es auch als „Klamottendenkmal“ bezeichnet. Die Idee hatte Paul Wallot, der das Reichshaus in Berlin erbaute. Architekten des Kaiser-Wilhelm-Denkmals waren die Brüder Hellfriedt und Georg Küsthardt. Gegossen wurde es bei der Bleigiesserei H. Gladenbeck in Berlin.

Inselwindmühle

Die Inselmühle ist eine unter Denkmalschutz stehende, als Getreidemühle erbaute Holländerwindmühle.
Die Inselmühle ist eine unter Denkmalschutz stehende, als Getreidemühle erbaute Holländerwindmühle.

Auf Norderney befindet sich die einzige Inselwindmühle Niedersachsens. Sie wurde im Jahr 1862 von Ihbe Lammers Hellmers als Kornwindmühle in der Form eines einstöckigen Galerieholländers errichtet. Im 19. Jahrhundert konnten damit bei guten Windbedingungen täglich bis zu 5 Tonnen Getreide (Weizen, Roggen, Gerste) gemahlen werden. 1951 verlor die reetgedeckte Mühle jedoch zunächst im Sturm einen Flügel und brannte dann nur wenige Wochen später komplett nieder. Jedoch konnte sie 1953 zumindest halbwegs wiederhergestellt werden und wurde mit nur einem Flügelpaar und Motorkraft noch bis ins Jahr 1962 betrieben. Danach wurde Selden Rüst („Selten ruhig“), wie die Mühle auch genannt wird, zu einem Gastronomiebetrieb umgebaut, der sich noch heute in der Mühle befindet. Das „Restaurant und die Teestube zur Mühle Selden Rüst“ ist heute ein beliebtes Touristenziel. Wer möchte, kann dort original Ostfriesentee und viele Gerichte, die sich an traditionellen regionalen Rezepten orientieren, genießen. Jeden Mittwochvormittag wird die noch funktionstüchtige Mühle probeweise in Betrieb genommen und in unregelmäßigen Abständen zu Schauzwecken betrieben. Wer mehr über die Geschichte der Inselwindmühle erfahren möchte, kann zudem die Bilderausstellung zur Geschichte von Selden Rüst im Conversationshaus besuchen.

Napoleonschanze

Die Napoleonschanze ist das älteste noch im Urzustand erhaltene Bau- und Kulturdenkmal Norderneys und ein Relikt aus der Besatzungszeit der napoleonischen Truppen. Sie wurde zwischen 1811 und 1813 errichtet. Damals hatte Frankreich gegenüber England eine Kontinentalsperre verhängt und stationierte 300 französische Soldaten auf der Insel, um die Blockade zu sichern und zu verhindern, dass vornehmlich über Helgoland Waren geschmuggelt wurden. Dazu platzierten die Französen vier Kanonen in Richtung des Wattenmeers zwischen Insel und Festland, mit denen Napoleon britische Schiffe beschießen ließ. Der Sand für die Wallanlage wurde direkt neben der Schanze ausgehoben, wodurch der heutige Schwanenteich entstand. Damals war die Napoleonschanze nur etwa 50 Meter vom Meer entfernt, heute befindet sie sich in der Mitte der Insel, umrahmt von einem Wäldchen. Die Napoleonschanze ist heute ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und seit 1912 Veranstaltungsort von Freiluft-Gottesdiensten. Am Rand der Schanze befindet sich der Bismarck-Stein, ein am 20. Oktober 1930 eingeweihtes Kriegerdenkmal in Form eines breiten Kreuzes, das an die im 1. Weltkrieg gefallenen Söhne der Insel erinnert.

Wasserturm

Der Wasserturm ist fast 24 Meter hoch.
Der Wasserturm ist fast 24 Meter hoch.

Der Wasserturm ist nach dem Leuchtturm das zweithöchste Gebäude auf Norderney und befindet sich am östlichen Rand der Stadt. Das 41,6 Meter hohe und 11 Meter breite Bauwerk wurde 1930 in Betrieb genommen und beherbergt einen 500.000 Liter fassenden Wassertank. Die Aussichtsplattform des schlichten Baus aus roten Ziegelsteinen kann von April bis Oktober im Rahmen von Besichtigungstouren besucht werden. Der Aufstieg über 205 Stufen wird mit einer fantastischen Aussicht über die Insel, die Stadt, das Wattenmeer und die Nordsee belohnt. Auf dem Turm befindet sich eine interaktive Webcam, über die der Besucher frei zoomen oder fest eingestellte Punkte auswählen kann. Der Wasserturm ist insbesondere bei Nacht – wenn er von grünen LED angestrahlt wird – auch ein beliebtes Fotomotiv.