Norderney – die jüngste Ostfriesische Insel

Norderney ist im Gegensatz zu den anderen Ostfriesischen Inseln nicht aus der Landmasse entstanden. Vielmehr ist Norderney eine Düneninsel, die aus angespültem Sand gewachsen ist.

Spektakuläre Dünen, ein alter Leuchtturm, ein Planetenpfad und natürlich das älteste deutsche Nordseebad, das alles und mehr ist Norderney, das schon seit 220 Jahren erholungssuchende Menschen anzieht. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt das Reizklima an der Nordsee, das der Gesundheit bei Erkrankungen der Atemwege, der Haut, des Herz-Kreislauf-Systems oder der Gelenke zuträglich sein kann.

Doch „Nördernee“, wie die Insel im Plattdeutschen genannt wird, hat noch weitaus mehr zu bieten.

Einige Eckdaten

Norderney ist im Gegensatz zu den anderen Ostfriesischen Inseln nicht aus der Landmasse entstanden. Vielmehr ist Norderney eine Düneninsel, die aus angespültem Sand gewachsen ist.
Norderney ist im Gegensatz zu den anderen Ostfriesischen Inseln nicht aus der Landmasse entstanden. Vielmehr ist Norderney eine Düneninsel, die aus angespültem Sand gewachsen ist.

Norderney befindet sich im Nordwesten Deutschlands in der Deutschen Bucht und ist geologisch gesehen die jüngste der Ostfriesischen Inseln, die aus sieben bewohnten Inseln und fünf unbewohnten größeren Flächen bestehen. Die Insel ist dem Bundesland Niedersachsen vor der Region Ostfriesland vorgelagert und unter den Ostfriesischen Inseln nach Borkum nur die zweitgrößte, dafür aber die bevölkerungsreichste.

Die Bevölkerung Norderneys lebt vor allem in der Stadt Norderney im Westen der Insel mit den beiden Stadtteilen Fischerhafen und Nordhelm. Der Rest der Insel ist kaum bewohnt, etwa 85 Prozent der Inselfläche gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Vom Festland ist Norderney zwischen drei und sechs Kilometern entfernt.

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Aurich
  • Höhe: 5 m. ü. NHM
  • Gesamtfläche: 26,29 km2
  • Länge: 15 km
  • Breite: max. 2,5 km
  • Einwohner: 5981 (2016)
  • Bevölkerungsdichte: 228 Einwohner je km2

Alles Ostfriesen oder was?

Wer an Ostfriesland und die zugehörigen Inseln denkt, denkt vielleicht zum einen an die vielen Klischees, die mit dem Ostfriesen in der Regel verbunden werden, hat aber vielleicht zum anderen auch Bedenken, dass er durch das im Norden Deutschlands gängige Plattdeutsch im Urlaub Verständigungsprobleme bekommen könnte. Hierzu muss man wissen, dass Ostfriese nicht gleich Ostfriese ist und man den bekannten Dialekt eher im Landesinneren findet. Auf Norderney wird nahezu akzentfreies Hochdeutsch gesprochen, so dass es kein Problem sein sollte, auf der Insel mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

Gemäßigtes Klima mit warmen Sommern

Die mittlere Sonnenscheindauer auf Norderney liegt mit jährlich 1630 Stunden im Schnitt über dem deutschen Mittelwert von 1550 Stunden.
Die mittlere Sonnenscheindauer auf Norderney liegt mit jährlich 1630 Stunden im Schnitt über dem deutschen Mittelwert von 1550 Stunden.

Auf der Insel Norderney herrscht ein gemäßigtes Klima, das von der umgebenden Nordsee und dem Golfstrom geprägt ist. Im Sommer ist es dadurch etwas kühler, im Winter dafür etwas wärmer als auf dem Festland. Nichtsdestotrotz liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur auf Norderney nur bei 8,7 Grad Celsius. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 16,8 Grad. Dafür gibt es durchschnittlich achtzig Sonnenstunden mehr im Jahr, als auf dem Festland, die meisten davon in den Monaten Mai bis August.

Bei einer jährlichen mittleren Niederschlagsmenge von 770 Millimetern ist der November der regenreichste und der Februar der regenärmste Monat. Die Wassertemperaturen liegen im Winter zwischen 3 und 7 Grad und im Sommer zwischen 13 und 17 Grad. In warmen Sommern, wie dem Rekordsommer 2014 mit 34,1 Grad Außentemperatur, können es auch einmal über 20 Grad werden. Im Frühjahr und Herbst gibt es auf Norderney oft Stürme in Orkanstärke, oft verbunden mit Sturmfluten mit bis zu 8,5 Meter hohen Wellen.

Norderney für Touristen

Das Reizklima der Insel und die Nähe zum Festland trugen bereits im 18. Jahrhundert mit zum Beginn des Tourismus bei.
Das Reizklima der Insel und die Nähe zum Festland trugen bereits im 18. Jahrhundert mit zum Beginn des Tourismus bei.

Der Fremdenverkehr hat auf Norderney eine lange Tradition. Schon Persönlichkeiten wie Fontane, Heine, Humboldt und Bismarck waren auf dem Eiland, um dort Erholung zu finden. Davon zeugt auch das 1797 gegründete Nordseeheilbad der Insel mit seinen vier Badestränden. Auch das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe ist schon seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts auf Feriengäste eingestellt. Derzeit sind auf Norderney über 8000 Betten in über 500 Ferienwohnungen, über 50 Hotels, fast 20 Ferienheimen, über 50 Pensionen, in rund 140 Privathaushalten, zwei DJH-Jugendherbergen und über 300 sonstigen Einrichtungen zu finden. Auch Camping oder Urlaub mit Hund sind auf Norderney problemlos möglich.

Norderney steht für den sanften Tourismus, für Ruhe und Erholung, aber auch für Aktivurlaub. Hier kann man in der abwechslungsreichen Natur mit einer einzigartigen Flora und Fauna und vor allem der einmaligen Dünenlandschaft spazierengehen, wandern oder auch die Insel mit dem Fahrrad oder E-Bike erkunden. Es gibt einige Museen und sehenswerte Bauwerke, die einen Besuch lohnen und verschiedene Seezeichen. Im Stadtgebiet von Norderney warten zudem viele Geschäfte, Restaurants, ein Brauhaus und ein Meerwasserwellenband mit Thalassozentrum auf die Besucher. Und auch wer im Urlaub gerne Sport treiben möchte, ist auf der Nordseeinsel richtig. Ganz gleich ob Boule, Boßeln oder Golf, hier ist vieles möglich.

Private Kraftfahrzeuge sind auf Norderney zwar grundsätzlich erlaubt, jedoch nur mit einer entsprechenden Plakette. Wer die Insel mit dem Auto erkunden möchte, bucht am besten einen Mietwagen. Die Anreise ist mit der Fähre oder mit dem Flugzeug möglich.