Die Immobilienpreise auf Norderney gehen durch die Decke

nirgendwo in Deutschland ist der mittlere Quadratmeterpreis höher als auf Norderney.

Auf Sylt haben sich die Wohnungspreise in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Doch nirgendwo in Deutschland ist der mittlere Quadratmeterpreis höher als auf Norderney. Ein großes Problem für den Durchschnittsbürger. Denn es ist nahezu unerschwinglich geworden, auf der Insel bezahlbaren Wohnraum zu erwerben oder auch nur zu mieten.

Auf Norderney gehen die Preise für Immobilien seit dreißig Jahren stetig nach oben und sind seit dem Jahr 2007 um satte fünf Prozent gestiegen. Und auch in diesem Jahr gingen die Preise für Wohnungen und Häuser noch einmal deutlich in die Höhe. Derzeit liegt der durchschnittliche Hauspreis bei über einer Million Euro. Ebenso stiegen die Preise für Wohnraum bis 100 Quadratmeter noch einmal merklich. Auch die Mietnebenkosten und Nebenkosten für die Anschaffung von Grunderwerbssteuer bis Energieauflage sind erheblich gestiegen.

Quadratmeterpreise von bis zu 20.000 Euro

Preise wie 1,3 Millionen Euro für eine Zwei-Zimmer-Wohnung, über 1,7 Millionen für ein Haus ab 180 Quadratmetern oder 700.000 Euro für eine Wohnung mit 35 Quadratmetern sind je nach Lage und Ausstattung keine Seltenheit. In der Viktoriastraße auf Norderney, einer der teuersten Straßen Deutschlands, werden Quadratmeterpreise von bis zu 20.000 Euro angesetzt. Nicht bezahlbar für die meisten Insulaner. Wer auf Norderney Immobilien erwirbt, ist meist Investor, der nach Anlagemöglichkeiten in „Betongold“ sucht.

Lange Warteliste für Interessenten

Erleichterung schafft die kommunale Wohnungsgesellschaft auf Norderney, zu der 700 Wohnungen auf Norderney gehören, in denen fast ein Drittel der rund 6000 Norderneyer lebt. Die Gesellschaft versucht die Mietpreise stabil zu halten, doch die Wartelisten sind lang. Interessenten müssen mit ein bis zwei Jahren Wartezeit für die eher bescheidenen Wohnungen ohne Meerblick rechnen. Wer auf der Insel Wohnraum besitzt, vermietet diesen oft lieber an Touristen pro Nacht, als dauerhaft an Inselbewohner. Tote Zonen, unter denen die Attraktivität der Insel außerhalb der Saison leidet.

Zudem ist es der Gemeinde nur noch vereinzelt möglich, weiteren Wohnraum für Insulaner zu erschließen. Viele Betriebe stellen Wohnungen für ihr Personal zur Verfügung. Nichtsdestotrotz pendeln viele Arbeitnehmer, besonders in den Bereichen Service und Reinigung, täglich vom Festland auf die Inseln.

Milieuschutz gilt als problematisch

Als ursächlich für das Wohnungsproblem auf Norderney wird unter anderem der dortige Milieuschutz genannt. Die künstliche Verknappung von Wohnraum treibt die Preise in schwindelnde Höhen, die nur noch für Investoren bezahlbar sind. Dazu kommt, dass viele Pensionen altersbedingt aufgegeben und von den Kindern nicht mehr weiterbetrieben, sondern stattdessen an Investoren zum höchstmöglichen Preis verkauft werden.