Schwerbehinderte zahlen für Fähre nach Norderney weiterhin den regulären Fahrpreis

Im Nahverkehr werden Schwerbehinderte sowie eingetragene Begleitpersonen kostenlos befördert. So auch auf den Fähren von und nach Langeoog und Wangerooge sowie seit kurzem auf der Fähre, die zwischen Emden und Borkum verkehrt. Für die Fähre zwischen Norddeich und Norderney/Juist müssen Betroffene jedoch bis auf Weiteres den regulären Fahrpreis entrichten.

Im Nahverkehr werden Schwerbehinderte sowie eingetragene Begleitpersonen kostenlos befördert. So auch auf den Fähren von und nach Langeoog und Wangerooge sowie seit kurzem auf der Fähre, die zwischen Emden und Borkum verkehrt. Für die Fähre zwischen Norddeich und Norderney/Juist müssen Betroffene jedoch bis auf Weiteres den regulären Fahrpreis entrichten.

Eine Entscheidung, die unter anderem von der Landesbehindertenbeauftragten in Niedersachsen, Petra Wontorra, kritisiert wird.

Viele Fährverbindungen zu den Inseln sind für Betroffene bereits kostenlos

Das Leipziger Bundesverwaltungsgericht urteilte nach einem sechs Jahre andauernden Rechtsstreit zwischen einem Rentner und der Reederei Ems AG, dass die Fährverbindung zwischen Emden und Borkum als Nah- und nicht als Fernverkehr zu sehen ist, obwohl sie zwei Stunden dauert. Dieser Entscheidung ist es zu verdanken, dass Betroffene und ihre Begleitpersonen auf der Fähre kostenlos befördert werden. Auch die von der Inselgemeinde selbst betriebene Langeoog-Fähre und die Fähre von und nach Wangerooge, für die die Deutsche Bahn zuständig ist, bieten eine kostenlose Beförderung für Schwerbehinderte und eingetragene Begleitpersonen.

Landesbehindertenbeauftragte sieht Norderney ebenfalls in der Pflicht

Die Frisia-Reederei, die die Fähre zwischen dem Festland und Norderney betreibt, betrachtet die Überfahrt jedoch nach wie vor als Fernverkehr und sieht daher keine kostenlose Beförderung für Schwerbehinderte vor. Lediglich eingetragene Begleitpersonen (Merkzeichen B) werden aktuell unentgeltlich befördert. Erklärt wurde diese Entscheidung von einem Sprecher der Reederei damit, dass vorwiegend Urlauber befördert würden.

Die Landesbehindertenbeauftragte Niedersachsens kann diese Entscheidung Medienberichten zufolge nicht nachvollziehen, sie sieht Norderney ebenso in der Pflicht, die bestehende Regelung zu überdenken. Sie begründet dies damit, dass ebenso wie im Fall von Borkum auch die Fähren zwischen Norddeich und Norderney/Juist tideunabhängig nach regelmäßigem Fahrplan verkehren.

Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg hinsichtlich einer Klage eines schwerbehinderten Mannes mit Zweitwohnung auf Norderney steht indes noch aus.

Überfahrt von und nach Norderney ist barrierefrei möglich

Nichtsdestotrotz ist die Fährfahrt von und nach Norderney auch für Rollstuhlfahrer gut möglich. Das Fährterminal in Norderney ist barrierefrei gestaltet und es steht ein behindertengerechtes WC zur Verfügung. Der Einstieg in die Fähre ist dank einer Rampe für Rollstuhlfahrer gut passierbar. Jedoch kann das Gefälle bei Niedrigwasser sehr steil sein. In diesem Fall empfiehlt es sich, vorab eine Meldestelle zu kontaktieren, um kostenlose Hilfe anzufordern.

Auch im Inneren der Linienschiffe befindet sich ein behindertengerechtes WC, der Fahrgastraum im Salon mit Restaurant und gut erreichbaren Plätzen ist ebenfalls barrierefrei und gut zu erreichen. Die Reederei Norden-Frisia bietet Reisenden mit eingeschränkter Mobilität Hilfe beim Ein- und Ausschiffen sowie an Bord der Schiffe an.